So schön war der Winter

Baby-Overall

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Draußen grünt und blüht es und niemand mag sich mehr vorstellen, dass vor knapp zwei Wochen alles noch kühl, grau und trist war. Bis dahin hat unsere jüngste Tochter auch noch täglich diesen Anzug getragen, den ich zu Beginn des Winters für sie genäht habe. Weil mein Blog erst vor Kurzem neu gestartet ist, habe ich es bislang nicht geschafft, euch den Anzug zu zeigen, muss das jetzt aber unbedingt noch nachholen. Denn erstens war das mein aufwendigstes Nähprojekt in diesem Winter und zweitens ist der Schnitt, den ich verwendet habe, eigentlich für den Frühling gedacht.

Babysachen sind meistens schnell und unkompliziert zu nähen und jedes Mal, wenn ich dabei bin, frage ich mich, warum ich das eigentlich nicht öfter mache. Aber: bei diesem Anzug war es anders. Das lag allerdings gar nicht so sehr am Schnitt, sondern an ein paar speziellen Einzelheiten, die ich mir in den Kopf gesetzt hatte. Der verwendete Schnitt ist aus der Ottobre 1/2016 und eigentlich nicht schwer umzusetzen. Empfohlen wird dort, den Anzug aus einem weichen Baumwollfleece zu nähen und nicht zu füttern, die Kanten sollen mit Schrägband eingefasst werden.

Da ich aber einen Anzug für den Winter wollte, habe ich mir von Anfang an vorgenommen, ihn zu füttern. Ich wollte einen einfarbigen Anzug mit einem bunten Futter. Und ich wollte möglichst viele von meinen vorhandenen Stoffen verwenden. Tja, und obwohl ich wirklich viele Stoffe habe, war doch tatsächlich kein einfarbiger, weicher Stoff dabei, den ich für den Anzug hätte verwenden können! Da kam mir schließlich die Idee mit dem Rock. In meinem Kleiderschrank lag seit ein paar Jahren ein Maxirock aus grauem Jersey, irgendwann mal bei Esprit bestellt und nie (!) getragen. Notiz an mich selbst: Ich bin kein Typ für gemütliche, lange Jerseyröcke!

Die Stoffmenge des Maxirockes reichte genau für den Anzug. In einer meiner Stoffkisten fand ich noch ein mitteldickes Volumenviles vom Stoffmarkt und irgendwie setzte sich dann bei mir die Idee fest, aus den beiden Lagen einen Steppstoff zu machen. Nach viel Quiltarbeit ist das, wie man auf den Bildern sieht, auch gelungen, aber es hat sehr lange gedauert! Weil wir im November auch noch umgezogen sind, ist der Anzug erst Anfang Januar fertig geworden, immerhin pünktlich zum Kälteeinbruch. Durch den Steppstoff und das  Futter aus weichem Baumwollflanell, das ich am Ende noch eingenäht habe, ist es ein dicker, aber trotzdem relativ leichter Winteranzug geworden, der unsere Kleine auch bei minus 10 Grad wirklich gut warm gehalten hat.

Zu den Reißverschlüssen muss ich noch sagen: Sie funktionieren und sind ok, aber eigentlich sind sie für Kleider und Röcke gedacht. Bei einem weiteren Anzug würde ich die etwas breiteren Jacken-Reißverschlüsse verwenden, weil die einfach robuster sind und man damit das Baby noch schneller an- und ausziehen kann. Und, falls ihr den Anzug ebenfalls nähen wollt: Ich habe Größe 80 genäht, aber das Modell fällt eher wie 86 aus, finde ich, jedenfalls scheint die Passform in der Ottobre eher großzügig zu sein.

Funktioniert auch in Action ;)

Dieser Beitrag ist verlinkt beim Creadienstag.

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by @ohchiffon

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