Inspiriert von Chanel

Bouclé Blazer #1

Bouclé, der typische Chanel-Stoff, feiert gerade ein großes Comeback in der Modeszene und sicher darf man das auch als kleine Hommage an den verstorbenen Karl Lagerfeld deuten. Ich selbst bin immer etwas hin- und hergerissen, ob ich Bouclé super chic oder doch etwas spießig finden soll. Letztendlich hat mich die "Arte"-Dokumentation "Im Hause Chanel", die ich mir vor ein paar Wochen angesehen habe, dazu motiviert, dem boucléähnlichsten Stoff in meinem Lager eine Chance zu geben. Auch, weil ich in diesem Frühjahr gedeckte Farben wie beige, camel und olivgrün sehr gerne mag.

Um sicher zu gehen, dass mein Projekt realisierbar ist, habe ich mich für ein Schnittmuster entschieden, bei dem Bouclé auch als Stoff empfohlen wird. Bei Burda Style bin ich auf eine sehr große Auswahl an Jackenschnitten in unterschiedlichen Formen und Längen gestoßen. Nach einigem Abwägen habe mich für dieses Schnittmuster von 2014 entschieden, da es nicht ganz so kurz ausfällt wie viele andere Jäckchen und zudem von der Schnittführung her eine gewisse Lässigkeit ausstrahlt.

Ich habe diesmal keine Probejacke genäht. Stattdessen habe ich die Maße des Schnittmusters nachgemessen und mit meinen eigenen Maßen abgeglichen. Diese Methode führt zwar nicht so zielgerichtet zur perfekten Passform wie ein Probeteil, aber zumindest kann man sicher sein, dass das fertige Stück keine ganz bösen Überraschungen bereithält. Ich bin darauf übrigens durch das Youtube-Video des österreichischen Modedesigners Walter Lunzer gekommen, das ich sehr empfehlen kann. Hier könnt ihr es euch ansehen.

Ansonsten bin ich beim Nähen weitgehend nach der Anleitung vorgegangen. Das Schnittmuster ist nicht allzu schwer umzusetzen. Die Taschen sind aufgesetzt, Schulterpolster entfallen. Die Hals- und Armausschnitte habe ich mit Vlieseline verstärkt, als ich aber gemerkt habe, wie schnell mein Stoff ausfranst und wie leicht er sich verzieht, habe ich auch Vlieseline auf die Besätze gebügelt. Jetzt weiß ich, dass man bei lockeren Stoffen (meiner ist eine Mischung aus Bouclé und Leinen) am besten alle Nähte und Besätze verstärkt, wenn auch nur mit einer dünnen Vlieseline. Das erhöht die Langlebigkeit des Kleidungsstückes. Letztendlich habe ich mich noch dazu entschieden, meinen Blazer zu füttern, obwohl das in der Anleitung nicht vorgesehen ist. Wegen der ausgefransten Kanten habe ich den Futtersaum knapp über der Fransenkante per Hand angenäht.

Ich bin mit dem Ergebnis ganz zufrieden. Ok, wenn ich ganz pingelig sein will, dann ist in der oberen Armkugel ein Ticken zu viel Stoff und die Oberweite ist ein bisschen zu weit. Das fällt aber auch nur dann auf, wenn ich den Blazer schließe, was ich ungern tue. Um nicht ganz wie Bundestagsabgeordnete auszusehen, trage ich den Blazer offen und kombiniere ihn mit Jeans und T-Shirt. Auf der Messe h&h in Köln, die ich am letzten Märzwochenende besucht habe, habe ich statt der hohen Schuhe Sneakers getragen - auch das ist mit diesem Blazer möglich. Tendenziell alles, was ein bisschen lässiger ist. Eine Bluse mit Kragen würde ich darunter nicht anziehen, das könnte das Outfit schnell altbacken wirken lassen.

Mein Outfit:

Blazer: Selbstgenäht nach Modell 101 aus Burda 03/2014

T-Shirt: Drykorn (aus der Männerabteilung). Online gibt es das hier.

Schuhe: Peter Kaiser (sehr alt)

Tasche: Mango

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