Hallo, "Oh, Chiffon!"

Wie finde ich den passenden Blognamen?

Wie ihr vielleicht bemerkt habt, ist zwischen dem Vorhaben, diesen neuen Blog zu gründen bis hin zur zur finalen Fertigstellung ziemlich viel Zeit vergangen, nämlich ungefähr ein Jahr. Zum einen lag das daran, dass wir mit drei kleinen Kindern immer unheimlich viel zu tun haben, zum anderen aber auch daran, dass ich mich bei einigen Dingen etwas schwer mit der Entscheidung getan habe. Wie genau möchte ich den Fokus bei meinem Blog legen? Welche Kategorien soll es geben? Und vor allem: Wie soll mein neuer Blog heißen?

Wenn ihr einen Blog gründet, dann könnt ihr bezüglich der Namensfindung Ratgeber lesen oder Leute Fragen, die damit schon Erfahrung gemacht haben. Meine Informationsquellen waren ein Mix aus allem (außerdem habe ich eine journalistische Ausbildung, die mir ebenfalls etwas dabei geholfen hat). Und damit all die Gedanken, die ich mir bei der Suche nach einem passenden Blognamen gemacht habe, nicht einfach so verpuffen, habe ich euch hier einen kleinen Guide zusammengeschrieben. Vier Punkte, die für mich eine wichtige Rolle gespielt haben und die jeder beachten sollte, wenn er auf der Suche nach einem (neuen) Blognamen ist.

1. Der Blog ist ein öffentliches Medium

Darüber sollte sich jeder Blogger bewusst sein, auch diejenigen, die schon länger einen Blog haben: Einen Instagram- oder Facebook-Account kann man privat halten, wenn man möchte, oder nur den Freunden zugänglich machen, die einem sympathisch sind. Bei einem Blog ist das sehr unüblich. Es würde auch dem Prinzip eines Blogs widersprechen, wenn man diesen nur seinen drei besten Freunden zeigen würde.

Deshalb solltet ihr sowohl bei der Namensfindung (als auch später, wenn ihr die Artikel schreibt) immer daran denken: Rein theoretisch kann euer Blog von jedem Menschen mit Internetzugang gelesen werden, egal ob es eine Verkäuferin aus China ist oder der Präsident von Amerika. Natürlich ist das eher unwahrscheinlich und je nachdem, in welcher Sprache ihr euren Blog schreibt, gäbe es hier und da auch Verständnisprobleme. Aber: Manchmal denkt man nicht darüber nach, dass selbst aus dem eigenen (weiteren) Lebensumfeld jeder den Blog lesen kann, also: ehemalige Klassenkameraden oder Lehrer, die Nachbarn, der Postbote, die Arbeitskollegen oder der Arbeitgeber, die Freunde der Eltern. Deshalb solltet ihr euch bei der Wahl des Blognamens wohlfühlen und, egal von wem ihr darauf angesprochen werdet, zu eurem Blog stehen können.

2. Der Blogname ist informativ

Eigentlich klar: Der Blogname sollte darüber informieren, worum es auf eurem Blog geht. Ich hätte meinen Blog zwar „Butterbrot“ nennen können, aber dann würde kaum jemand erraten, dass ich hier über Mode und übers Nähen schreibe. Eventuell würde man einen Food-Blog dahinter vermuten. Das Gegenteil wäre gewesen, einen ganz offensichtlichen Blognamen zu wählen, zum Beispiel: „Anna näht Kleidung“. Das ist zwar nicht so falsch wie „Butterbrot“, aber ihr merkt vielleicht: Das klingt sehr normal, vielleicht sogar ein bisschen bieder und vermittelt gleich ein ganz bestimmtes Image, mit dem ich mich nicht so wohlfühlen würde. Damit sind wir auch gleich beim nächsten Punkt.

3. Der Blogname macht Werbung für den Blogger

Mit eurem Blognamen tretet ihr überall auf, egal ob in den sozialen Medien, beim Kommentieren auf anderen Blogs oder wenn ihr im echten Leben jemandem davon erzählt. Deshalb sollte der Blogname so gewählt sein, dass er potentielle Leser neugierig auf den Blog macht und dass er den Blog bzw. euch in ein positives Licht stellt. Ob ein Blogname schön ist, ist natürlich letztendlich Geschmackssache. Ein paar grundlegende Dinge treffen aber (in unserem Kulturkreis) fast immer zu

a) Der Blogname sollte verhältnismäßig kurz und einfach sein, damit er sich bei den Lesern schnell einprägt. Wenn ein Blogname sehr lang oder besonders kompliziert ist, ist das zwar kein Weltuntergang, aber vermutlich wird er einfach schneller vergessen. Besonders am Anfang, wenn der Blog noch nicht so etabliert ist, kann es hilfreich sein, wenn sich die Leser gut an den Blognamen erinnern können. Nur dann werden sie den Blog noch einige weitere Male besuchen (bevor sie ihn per Bloglovin oder per Newsletter abonnieren) oder anderen von ihm erzählen.

b) Fremdsprachige Blognamen wecken Assoziationen und haben eine besondere Wirkung. Englische Namen zum Beispiel wirken meistens cooler und sind eher im Trend als deutsche Namen. Deshalb sind englische Blognamen im Bereich Mode sehr beliebt. Allerdings ist ein englischer Name auch gleich „globaler“, das heißt: Wenn eure Zielgruppe eher lokal und weniger trendy orientiert ist, dann kann ein deutscher Name auch das Richtige sein. Ich habe einen französischen Blognamen gewählt, das war aber eher Zufall, denn bei mir steht der Name des Stoffes (Chiffon) im Mittelpunkt. Grundsätzlich können jedoch auch französische Blognamen gut ankommen, wenn sie nicht zu kompliziert sind. Sie vermitteln eine gewisse Eleganz und Chicness.

c) Eigennamen sind speziell, aber nie falsch. Manchmal kann es passend sein, dem Blog den eigenen Vor- und/oder Nachnamen (oder ein Pseudonym) zu geben. Der Vorteil: Ein Name kann für jeden Blog verwendet werden, egal worum es auf dem Blog geht. Das ist auch dann sehr praktisch, wenn man sich als Blogger am Anfang noch nicht ganz sicher ist, welche Themen genau auf dem Blog vorkommen sollen. Der Nachteil: Der Blogname ist nicht so informativ (siehe Punkt 2), der Leser muss also erst einmal genauer hinsehen, um zu verstehen, worum es auf dem Blog geht. Mit der Zeit und mit wachsender Bekanntheit wird dann der Name allerdings immer enger an die Bloginhalte geknüpft werden. Und das bedeutet auch: Ihr steht irgendwann mit eurem Namen für den Blog. Das ist einerseits super, weil ihr dann in eurem Themenbereich einen sehr einzigartigen Blognamen habt, den niemand kopieren kann. Blöd ist das nur dann, wenn ihr irgendwann eure Meinung ändert. Solltet ihr also übers Nähen bloggen und später feststellen, dass Nähen gar nichts mehr für euch ist, dann wird es schwer sein, aus der Rolle des Nähbegeisterten heraus zu kommen, weil ihr euch ja nicht einfach von eurem Namen verabschieden könnt.

d) Sprachliche Besonderheiten: Dass ein Blogname Assoziationen weckt, habe ich schon unter Punkt b) angesprochen. Mir ist in der letzten Zeit aufgefallen, dass sich bei deutschsprachigen Nähblogs häufig eine sprachliche Besonderheit im Blognamen einschleicht, nämlich die Verkleinerungsform. Blognamen-Endungen auf -chen oder -lein oder Namensteile wie Mini/Mucki/-i sind sehr beliebt. Durch solche Namensteile werden natürlich auch Assoziationen geweckt, der Blogger wirkt auf den ersten Blick ein bisschen kindlich und unschuldig und vielleicht ist das auch genau das Ziel solcher Blognamen. Andererseits wirkt eine Verkleinerungsform natürlich nicht sonderlich erwachsen und professionell. Wer einen Blognamen aussucht, sollte sich deshalb auch über solche sprachlichen Besonderheiten Gedanken machen.

4. Einzigartigkeit und Kreativität

Einzigartigkeit und Kreativität sind das A und O eines Blognamens und vermutlich wichtiger, als alle anderen Punkte zusammen. Bei der großen Anzahl der Mode- und Nähblogs heutzutage muss der Blogname ein gewisses Alleinstellungsmerkmal haben und sich von der Masse der anderen Namen abheben (oder zumindest unterscheiden). Wenn ich meinen Nähblog zum Beispiel einfach „Sewing Blog“ nenne, dann ist das zwar sowohl ein englischer (trendy!) als auch informativer Blogname, aber er ist so durchschnittlich, dass er in der Masse der anderen Nähblog-Namen vermutlich untergehen wird. Auch unter technischem Gesichtspunkt ist ein einzigartiger Name ein Muss, denn letztendlich wird es ja darum gehen, für den Blog die passende Domain zu finden, den passenden Instagram-Account zu gründen usw. Und da stellt ihr dann schnell fest, dass sehr viele Domains oder Instagram-Namen eben schon belegt sind.

Das Finden meines Blognamens sah deshalb im Wesentlichen so aus, dass ich erst einmal ganz viele Ideen gesammelt habe und viele Möglichkeiten durchgegangen bin. Ich habe Blognamen probiert, die im weitesten Sinne zu meinem Namen passen, einige Alliterationen, die ich schick fand (auf meiner Liste standen zum Beispiel „Prints and Pastels“ oder „Dreams and Dresses“), witzige Wortverbindungen, die etwas mit Mode zu tun haben (darunter waren: „Mode- Stoff“ und „85% Cotton“). Letztendlich sind aus unterschiedlichen Gründen die meisten Namen wieder rausgeflogen, neben „Oh Chiffon“ war übrigens auch „Fleecetext“ (eine Idee meines Mannes!) einer meiner Favoriten. Am Ende fand ich „Oh Chiffon“ aber vorteilhafter, weil es international besser verstanden wird und ein bisschen mehr Romantik ausstrahlt. Was ich mir mit dem Namen sonst noch so gedacht habe, erfahrt ihr übrigens hier. Ihr merkt, das mit dem Blognamen ist gar nicht so einfach. Ich bin aber jetzt mit „Oh, Chiffon!“ sehr zufrieden und ich hoffe, dass ich euch mit dieser kleinen Anleitung ein paar Anregungen und Hilfestellungen geben konnte!

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